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Fenstertausch lohnt sich

29/8/2025

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Wie hoch ist das Potenzial einer modernen Verglasung für die energetische Sanierung? Darum geht es in der aktuellen Ausgabe des Podcasts Gebäudewende. Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Flachglas, und Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster und Fassade, sprechen unter anderem über Fördermöglichkeiten und Amortisationszeiten.
Mehr als 200 Millionen Fenstereinheiten in deutschen Wohngebäuden sind energetisch sanierungsbedürftig. Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesverbands Flachglas (BF) und des Verbands Fenster und Fassade (VFF) aus dem vergangenen Jahr. Entscheidend, ob ein Fenster sanierungsbedürftig ist, sei vor allem die Energieeffizienz, sagt VFF-Geschäftsführer Frank Lange im Podcast. Und der U-Wert ist dafür die relevante Größe.
 Die Fenstereinheiten, die in der Studie angesprochen sind, weisen häufig hohe U-Werte von 2,7 bis 3,0 auf. Ein Großteil dieser Fenster ist laut BF-Hauptgeschäftsführer Jochen Grönegräs älter als Baujahr 1995. Dies lasse sich sehr gut eingrenzen, weil in diesem Jahr die dritte Wärmeschutzverordnung in Kraft trat, mit der sich dann beschichtetes Isolierglas auf breiter Front durchsetzte. „Alles was älter als 1995 ist, ist nach unserer Auffassung energetisch sinnvoll zu tauschen“, sagt Lange. Denn: „Moderne Fenster haben deutlich bessere U-Werte – und sind damit ein klarer Effizienzgewinn.“ So erreiche eine moderne Dreifachverglasung inzwischen Werte  unter 1,0.
Zwar beträgt die Lebensdauer eines Fensters durchschnittlich 48 bis 50 Jahre, doch energetisch sinnvoll ist der Austausch nach Meinung von Grönegräs und Lange oft deutlich früher. Das Potenzial für die mehr als 200 Millionen Fenstereinheiten, die in der Studie genannt werden, ist riesig. „Beim Austausch aller sanierungsfähigen Konstruktionen, die älter als 1995 sind – also Einfach-Fenster, isoliert-beschichtete Fenster, Kastenfenster –, ergeben sich Energieeinsparungen von insgesamt 46 Milliarden Kilowattstunden“, berichtet Lange.
 
Amortisierung in zehn bis zwölf Jahren
Als Kriterium für die Wirtschaftlichkeit eines Fenstertauschs könne man sich an der Lebensdauer des Produkts orientieren, so Grönegräs. Kann man von einer Amortisierung innerhalb dieses Zeitraums ausgehen, dann rechnet sich die Maßnahme auch. „Das sind naturgemäß relativ lange Zeiträume“, so Grönegräs. Bei einem Fenstertausch könne man grob von zehn bis zwölf Jahren ausgehen, bis sich dieser amortisiert. Die typischen Kosten für eine Fenstereinheit (1,3 × 1,3 m) liegen laut Lange zwischen 500 und 1.200 Euro – inklusive Ausbau, Montage und Mehrwertsteuer.
Hinzu kommt: Dreifach verglaste Fenster, deren U-Wert unter 1,0 liegt, sind förderfähig. Wer diese einbauen lässt, erhält bis zu 20 Prozent Förderung – entweder als Zuschuss oder über die steuerliche Absetzbarkeit. Während ganzheitliche Sanierungen längerfristig geplant werden müssen, lässt sich der Fenstertausch zudem als Einzelmaßnahme mit geringem Aufwand umsetzen. Neben der energetischen Bilanz verbessert ein neues Fenster die Ästhetik, das Tageslicht und den Wohnkomfort.
Ein weiterer Grund für den Fenstertausch ist die Chance, den sommerlichen Wärmeschutz zu verbessern. „Bei einem modernen Fenster muss die Sonnenschutzfrage mitgedacht werden“, sagt Grönegräs. Nicht kleinere Fenster seien die Lösung, sondern intelligente Kombinationen aus Glas und Verschattung. Lösungen wie Sonnenschutzverglasung, außenliegende Verschattungen und intelligente Steuerungssysteme seien entscheidend, um hohen Innenraumtemperaturen auch ohne Klimaanlage zu begegnen.
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6.05.2025 © Podcast Gebäudewende im Fokus


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Da ist noch Luft nach oben – warum sich mehr Lüftungstechnik lohnen kann

13/8/2025

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In Zeiten steigender Baukosten wird an vielen Stellen gespart – oft auch an der Lüftung.
Lüftungssysteme sind wichtig für die Energieeffizienz und die Raumluftqualität in Wohngebäuden. Dennoch wird oft an der Lüftungstechnik gespart. Das könne problematische Folgen haben. Während der Corona-Pandemie sei dies deutlich geworden: „Als viele Menschen im Homeoffice waren, haben wir einen deutlichen Anstieg von Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen festgestellt."


Warum Lüftungstechnik unverzichtbar ist
Die energetische Optimierung von Gebäuden führt dazu, dass immer luftdichter gebaut wird. Das spart Heizenergie, birgt aber das Risiko schlechter Luftqualität und erhöhter Feuchtigkeitsbelastung. Feuchtigkeit entstehe durch alltägliche Aktivitäten wie Duschen, Kochen oder sogar durch das Atmen. Ohne ein effizientes Lüftungssystem könne sich diese Feuchtigkeit stauen und führe langfristig zu Schäden am Gebäude.
Besonders in modernen Gebäuden sei Lüftungstechnik essenziell: „Wir sehen schon die ersten Gebäude, die jetzt gebaut wurden und die durch eingesparte Lüftungstechnik kurz nach dem Einzug, also noch während der Bautrocknungsphase, deutliche Feuchtigkeits- und Schimmelprobleme haben.“

Automatisierte Lüftung und Energieeffizienz
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Automatisierung der Lüftung. Viele Menschen seien daran gewöhnt, durch Fensterlüftung für Frischluft zu sorgen. Doch das reiche in modernen, dichten Gebäuden oft nicht aus. Nicht jeder könne den ganzen Tag die Fenster manuell so öffnen und schließen, dass eine optimale Lüftung gewährleistet ist. Lüftungssysteme übernähmen diese Aufgabe. „Schon einfache Abluftsysteme reduzieren Lüftungs-Wärmeverluste um bis zu 30 Prozent“.
Noch effizienter wird die Lüftung durch Systeme mit Wärmerückgewinnung. Diese nutzen die Abluft, um frische Zuluft vorzuwärmen, wodurch ein großer Teil der Wärme im Haus bleibt. Natürlich kostet eine solche Anlage Geld, aber die Investition zahlt sich langfristig durch Energieeinsparungen und den Werterhalt des Gebäudes aus.

Lösungen für Neubau und Sanierung
Die Wahl des richtigen Lüftungssystems hängt stark von den baulichen Gegebenheiten ab. Im Neubau ließen sich zentrale Systeme einfacher einplanen. „In der Sanierung ist es oft schwieriger, da nachträglich Kanäle eingebaut werden müssten.“ Hier bieten dezentrale Lösungen eine gute Alternative. Diese Geräte könne man auch nachträglich in einzelnen Räumen installieren. Dadurch entstünde eine erhebliche Verbesserung der Luftqualität.
Quelle: Lunos / ar

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    Werner Jaletzke

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